Tübingen: Stress- und Ressourcenmanagement im Bildungswesen – Achtsamkeit an Schulen

Titel Stress- und Ressourcenmanagement im Bildungswesen – Achtsamkeit an Schulen
Ansprechpartner/in Dr. Philipp Beuchel
Institutionen Universität Tübingen
Zeitrahmen 2023-2025
Zielgruppe Schulen, Lehrkräfte, Kollegium, Schulleitung, Schülerinnen und Schüler, Eltern
Einleitung Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen in Kommunikation, Kooperation, Informationsbeschaffung, Automatisierung, Effizienzsteigerung, etc., um die drückenden Probleme unseres Zeitalters anzugehen. Allerdings sollten ihre Risiken – und entsprechende Methoden, diese Risiken zu vermeiden – nicht außer Acht gelassen werden. Schüler:innen (und nicht nur diese) scheinen sich teilweise in sozialen Medien zu verlieren. Deswegen wird die Fähigkeit zur Selbstregulation um so wichtiger. Wir beobachten gestiegene Anforderungen an echte Partizipation in einer Zeit auf die Probe gestellter Demokratien und ihrer freien Lebensordnung, eine Flexibilisierung des Arbeitslebens und die Eröffnung globaler Horizonte. Dies wird begleitet von ethischen Fragen der Nachhaltigkeit und der globalen Gerechtigkeit und nicht zuletzt unerwarteten Krisen. Mit all diesen Herausforderungen einen Umgang zu finden und nicht zu resignieren, in Panik zu verfallen oder zu verzweifeln, erfordert mentale Gesundheit bzw. die Fähigkeit zu reflektieren sowie Gedanken und Emotionen zu regulieren. Wie angreifbar die mentale Gesundheit in Krisenzeiten ist, zeigte sich zuletzt in der Pandemie.
Hintergrund In der Schule kann ein Grundstein für einen resilienten Umgang mit Herausforderungen gelegt werden, indem Methoden zur Regulation von Aufmerksamkeit und Emotionen erlernt bzw. Umgebungen ressourcenbewusst gestaltet werden. Mittels eines multimodalen Stress- und Ressourcenmanagement-Trainings soll das vorliegende Projekt daher Schüler:innen und Lehrpersonen für Wirkungsweise und Relevanz solcher Anforderungen in Bezug auf die (psychische) Gesundheit sensibilisieren und sie unterstützen, resilienter gegenüber Stressoren zu werden (Baffsky, 2022), sowie konstruktiv mit Belastungen umzugehen. Neben der Prävention von stressbedingten Krankheiten können Lehrpersonen so ihrem pädagogischen Kernauftrag besser gerecht werden. Diese Maßnahmen teilen wichtige Ziele mit der Tübingen School of Education (TüSE) und gesundheitsbezogenen Forschungs- und Trainingsinitiativen an der Universität Tübingen.
Angebotene Formate Führungskräfteseminar zu achtsamkeitsbasiertem Stressmanagement
Die Zielgruppe des Führungskräfteseminars besteht aus Schulleitungen oder Steuergruppenmitgliedern, die sich entsprechend weiterbilden wollen. Das Seminar vermittelt schulischen Führungskräften in vier Modulen anschaulich wissenschaftliche Erkenntnisse zu (1) Genese, (2) Risikofaktoren, (3) schützenden Faktoren und (4) Methoden für gelingende Schulentwicklung in Bezug auf psychische Beanspruchung. Die Durchführung erfolgt adaptiv entsprechend der zu Beginn zu erfragenden Vorkenntnisse und vorhandenen Problemlagen der Teilnehmenden. Auf diese Weise sollen Führungskräfte befähigt werden, die Belastungssituation an der eigenen Schule einzuschätzen sowie kompetent Schritte zur Prävention und zum Stressmanagement anzustoßen und zu begleiten.

Schulprojekt zu Achtsamkeit in der Lebenswelt Schule
Für eine nachhaltige Verankerung des achtsamkeitsbasierten multimodalen Stress- und Ressourcenmanagements in Schulkonzepten bzw. -kultur wird ein Projekt entwickelt, das mehrere Akteure und Ebenen in den Blick nimmt. Neben Kursen, in denen pädagogische Professionelle an Schulen (Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter:innen) analog Produkt 2 und Schüler:innen (Schul-AG) entsprechende Kompetenzen erlernen und üben können, werden besonders interessierte Lehrpersonen mit Vorerfahrung im Rahmen von Workshops zu Multiplikator:innen weitergebildet, um ihr Schulprojekt nach einer begleiteten Startphase weiterzuführen (AG übernehmen, interne Fortbildungen/Auffrischungskurse organisieren). Außerdem sollen in den Weiterbildungs-Workshops Grundlagen und einzelne Elemente achtsamkeitsbasierter Praxis vermittelt werden, sodass Lehrpersonen und Schulsozialarbeiter:innen diese in ihrer beruflichen Tätigkeit mit den Schüler:innen gezielt einsetzen können. Öffentlichkeitswirksame Aktivitäten innerhalb der Schule (Pädagogischer Tag und Projekttag zu einer ›achtsamen Schule‹) werden durchgeführt und die Elternarbeit auf das Profil hin ausgerichtet (Schulbrief, Tag der Offenen Tür usw.). Diese Maßnahmen dienen der Verankerung in der Schulkultur und im Schulalltag. Sie stehen im Einklang mit den Förderleitlinien großer Krankenkassen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur erfolgreichen Implementierung gesundheitsbezogener Schulprogramme (Baffsky et al., 2022).

Publikationen

Im Rahmen der Projektarbeit wurde eine Serie aus etwa 5-minütigen Video-Clips erstellt, die forschungsbasiert und zugleich sehr anschaulich Grundlagen zu Achtsamkeit (in der Schule) erklären. Diese Videos wurden für den Einsatz als Input in Schulkollegien oder zur Öffentlichkeitsarbeit konzipiert.

1) Achtsamkeit und Stress: https://archive.org/details/1-achtsamkeit-und-stress

2) Wie sehen Achtsamkeitstrainings aus? – https://archive.org/details/2-wie-sehen-achtsamkeitstrainings-aus

3) Wirkung bei Lehrkräften und im Unterricht: https://archive.org/details/3-wirkung-bei-lehrkraften-sus-und-im-unterricht

4) Implementierung in der Schule: https://archive.org/details/4-implementierung

Link https://wirtschaftskoordination.de/de/innogrants/ehemalige-projekte

Stand: April 2025